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Bodentiefe Duschen

Aktuelle Gerichtsurteile sorgen für Versicherungslücken

Gemäß den Versicherungsbedingungen hat der Versicherer Entschädigung für versicherte Sachen zu leisten, die durch Leitungswasser zerstört oder beschädigt werden. Leitungswasser im Sinne der Bedingungen ist üblicher Weise „Wasser, das aus den fest verlegten Zu- und Ableitungsrohren der Wasserversorgung, aus den sonstigen, mit dem Rohrsystem fest verbundenen Einrichtungen der Wasserversorgung, oder aus den Anlagen der Warmwasser- oder Dampfheizung bestimmungswidrig ausgetreten ist.“

Über die Rechtsprechung der letzten Jahrzehnte wurde definiert, dass auch eine klassische Dusche mit Duschtasse eine „Einrichtung“ der Wasserversorgung darstellt. Bei undichten Fugen galt demnach die o.g. Definition, dass Wasser bestimmungswidrig aus der Einrichtung ausgetreten war. Somit waren die Nässeschäden am Gebäude im Normalfall versichert. Zum Beispiel:

  • OLG Frankfurt a.M., Urt. v. 22.12.2009 – 7 U 196/07
  • AG Düsseldorf, Urt. v. 27.09.2001 – 42 C 9839/01
  • Oberlandesgericht Schleswig, Urteil vom 11.06.2015 – 16 U 15/15

Es gibt aber aktuell auch anderslautende Gerichtsentscheidungen, die den Versicherungsschutz verneinen, explizit bei ebenerdigen Duschen.

  • OLG Düsseldorf, Urt v. 25. 07. 2018 -; Az. I-4 U24/13
  • OLG München; Hinweisbeschluss vom 30.08.2017; AZ: 25 U 1728/17

Sollten Sie ebenerdige Duschen haben, so empfehlen wir eine individuelle Prüfung Ihres Versicherungsschutzes und ggf. eine Regelung mit dem Versicherer zu treffen.

Bei Rückfragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeit: Psychische Erkrankungen Grund Nr. 1

Erneut zeigt die Studie eines großen Versicherers, was Fachleute schon wissen: Kopfarbeit ist die wichtigste Ursache, weshalb Menschen ihren Beruf aufgeben müssen. Sie verdrängt damit körperliche Gebrechen wie etwa eine Schädigung der Gelenke oder ein Rückenleiden als Hauptursache. Das ist ein Fakt, den Menschen mit geistigen Berufen nicht ignorieren sollten.

Sollte man eine private Berufsunfähigkeitsversicherung auch dann besitzen, wenn man im Büro arbeitet, als Pädagoge, kaufmännischer Angestellter oder wenn man einem anderen geistigen Beruf nachgeht? Die Antwort muss ganz klar lauten: natürlich, und zwar gerade dann. Das zeigt ganz frisch der „Report Berufsunfähigkeit“, den der Versicherer Swiss Life anhand tausender Kundendaten ausgewertet hat. Demnach sind psychische Erkrankungen mittlerweile Hauptursache, wenn ein privater Versicherer eine Berufsunfähigkeits-Rente auszahlt. 37 Prozent aller neu bewilligten Leistungen resultieren aus psychischen Erkrankungen.

Weniger häufig sind Ursachen, die aus körperlich schwerer Arbeit resultieren

Dem entgegen nimmt die Bedeutung jener Berufsunfähigkeits-Gründe ab, die aus einer schweren körperlichen Tätigkeit resultieren. Zu unterschätzen sind freilich auch diese nicht. Etwa jeder vierte Leistungsfall (24 Prozent) betrifft Erkrankungen des Bewegungsapparates als zweithäufigste Ursache. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Fliesenleger aufgrund seiner dauerhaften Arbeit am Boden kaputte Knie und einen kaputten Rücken hat. Weitere 14 Prozent resultieren aus Unfällen als dritthäufigster Ursache. Es folgen Krebs (neun Prozent), Herz-, Kreislaufkrankheiten (acht Prozent) sowie innere Erkrankungen mit vier Prozent aller Neurenten.

In diesen Zahlen spiegelt sich auch der Wandel der Arbeitswelt wider, ging doch der Anteil an „Malocherjobs“ in den letzten Jahren stetig zurück. Hingegen steigt die Bedeutung von Dienstleistungs- und geistiger Arbeit in unserer Gesellschaft und damit einhergehende Ursachen für Berufsunfähigkeit. Das zeigt auch der langfristige Trend. Bei BU-Leistungen aufgrund psychischer Erkrankungen gab es in den vergangenen zehn Jahren einen Anstieg um satte 40 Prozent. Auch wenn andere Studien teils leicht abweichende Zahlen zeigen, ist diese Entwicklung in allen untersuchten Statistiken nachweisbar.

Frauen unter 30 besonders oft wegen Psyche berufsunfähig

Teils zeigen sich auch deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern. Laut Report ist das Risiko für Frauen deutlich höher, aufgrund psychischer Ursachen ihren Beruf aufgeben zu müssen. Sind doch für 44 Prozent der Frauen BU-Leistungen durch eine psychische Erkrankung verursacht, jedoch nur für 28 Prozent der Männer. 

Bei Frauen unter dreißig Jahren betrifft die Psyche sogar beinahe jeden zweiten Fall einer Berufsunfähigkeit. Dem entgegen sind Männer unter 30 weit stärker durch Unfälle bedroht: Sie betreffen 33 Prozent aller neuen BU-Fälle. Zum Vergleich: Bei jungen Frauen sind Unfälle nur für neun Prozent verantwortlich.

Wer einen geistigen Beruf ausübt, sollte sich folglich auch über den Schutz der Arbeitskraft informieren. Hier hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Schutz bei den oft recht komplexen Tarifen zu finden.

Risikozuschläge in der privaten Krankenversicherung

Risikozuschläge in der privaten Krankenversicherung

Risikozuschläge werden vereinbart, wenn bei Antragsstellung aufgrund einer akuten oder chronischen Erkrankung die Übernahme des Antrags zu normalen Bedingungen nicht möglich war. Vereinbarte Risikozuschläge müssen jedoch wieder herausgenommen werden, wenn das erhöhte Risiko weggefallen oder bedeutungslos geworden ist. Dies kann im Einzelfall deutlich mehr als 100 € pro Monat Einsparung bedeuten.

Die Regelung findet sich im §41 VVG. „Ist wegen bestimmter gefahrerhöhender Umstände eine höhere Prämie vereinbart und sind diese Umstände nach Antragstellung des Versicherungsnehmers oder nach Vertragsschluss weggefallen oder bedeutungslos geworden, kann der Versicherungsnehmer verlangen, dass die Prämie ab Zugang des Verlangens beim Versicherer angemessen herabgesetzt wird“.

Diese Regelung gilt im Übrigen auch für die Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, und sogar für alle sonstigen Versicherungen, die einen Risikozuschlag enthalten können.

Wenn Sie einen Vertrag mit Risikozuschlag haben, dann prüfen wir gerne gemeinsam, ob dieser Zuschlag noch Relevanz hat.

Ertragsausfall

Die Folgen eines Feuers in der Produktionskette

Wenn es zu einer Betriebsunterbrechung in einem produzierenden Betrieb kommt, ist die Dauer des Betriebsstillstands entscheidend. Aber auch ein Produktionsausfall beim Zulieferer oder bei weiterverarbeitenden Unternehmen muss einkalkuliert werden.Gewerbebetriebe wie auch Privathaushalte sollten unbedingt behördliche Vorschriften und Obliegenheiten im Versicherungsvertrag beachten.

Für produzierende Unternehmen ist die Versicherung eines Betriebsunterbrechungsschadens unerlässlich. Kommt es durch einen versicherten Sachschaden zu einem Produktionsstillstand, übernimmt diese für die Dauer der üblichen 12-monatigen Haftzeit den entgangenen Gewinn und die fortlaufenden Fixkosten. Doch schadenbedingte Gutachten, Auflagen von Umwelt- und Baubehörden sowie mögliche Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft dauern erfahrungsgemäß länger.

Heutzutage sollte daher eine überjährige Haftzeit von mindestens 18 bis 36 Monaten vereinbart werden.

Kommt es beim Zulieferer oder bei weiterverarbeitenden Unternehmen zu einem versicherten Sachschaden, können auch Sie einen Produktionsausfall erleiden. Bei sogenannten Rückwirkungsschäden handelt es sich um eine Betriebsunterbrechung durch einen versicherten Sachschaden in einem fremden, nicht dem Versicherungsnehmer gehörenden Betrieb.

Wenn Sie als Hersteller Maschinenteile von einer Spezialfirma beziehen, diese aber durch einen Feuerschaden nicht mehr liefern kann und Sie keinen adäquaten Ersatz beziehen können, handelt es sich um einen Zulieferer- Rückwirkungsschaden.

Das Gleiche gilt für Sie als Hersteller von Halbfertigprodukten. Wenn dem Abnehmer Ihrer Produkte durch einen Feuerschaden eine Weiterverarbeitung nicht möglich ist, entsteht Ihnen ein Abnehmer-Rückwirkungsschaden.

Rückwirkungsschäden müssen daher gesondert versichert werden.

Feuerversicherung

Überprüfung der elektrischen Anlagen (E-Check)

Gewerbebetriebe wie auch Privathaushalte sollten unbedingt behördliche Vorschriften und Obliegenheiten im Versicherungsvertrag beachten.

Eine dieser Vorschriften ist die Überprüfung der elektrischen Anlagen in regelmäßigen Abständen. Je nach Art des Gewerbebetriebes muss die Überprüfung jährlich oder auch alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die Anforderungen aus dem Versicherungsvertrag können dabei sogar über behördliche Anforderungen hinausgehen. Es empfiehlt sich daher eine Rücksprache mit dem Versicherer.

Aber auch bei privaten Versicherungen kann ein E-Check empfehlenswert sein. Es gibt zwar im privaten Bereich keine verbindliche rechtliche Verpflichtung, aber auch keine einheitliche Rechtsprechung. Werden beispielsweise Störungen ignoriert oder die anerkannten Regeln der Technik missachtet, kann der Versicherer auch in privaten Verträgen die Leistung kürzen!