Der Schadensfall ist der Moment der Wahrheit. Nicht der Hochglanzprospekt, nicht das freundliche Beratungsgespräch – sondern das, was passiert, wenn das Büro unter Wasser steht, die Maschine brennt oder der Einbruch sich am Montagmorgen zeigt. Genau dann zählt, wie schnell und reibungslos die Versicherung reagiert.
Und genau dort hakt es in der Praxis häufiger, als es sollte.
Das altbekannte Problem: Rückfragen ohne Ende
Der Versicherer braucht noch ein Foto. Dann fehlt ein Beleg. Dann stellt sich heraus, dass die Schadenschilderung nicht dem richtigen Format entspricht. Jede Rückfrage kostet Zeit – und Zeit ist im Schadensfall oft das Teuerste überhaupt.
Der Grund ist weniger böser Wille als fehlende Standardisierung: Jeder Versicherer hatte bislang eigene Vorstellungen davon, welche Informationen er zur Bearbeitung eines Sachschadens braucht. Ein einheitlicher Branchenstandard? Fehlanzeige – bis jetzt.
Was die Branche jetzt anpackt
Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) und der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) haben sich auf der Branchenmesse DKM im Oktober 2026 in Dortmund auf gemeinsame Mindestinformationen für die verzögerungsfreie Schadenregulierung geeinigt.
Die Idee ist so simpel wie sinnvoll: Eine Checkliste, die von Anfang an klar macht, was ein Versicherer braucht, um sofort mit der Bearbeitung zu beginnen. Im Kern geht es um:
- Vertrags- und Kontaktdaten des Versicherten
- Genaue Schilderung des Schadens
- Aussagekräftige Unterlagen – Fotos, Belege, Rechnungen
- Informationen für die Abrechnung
Klingt selbstverständlich? Ist es. Und trotzdem fehlte dieser Standard bisher. Der nächste Schritt ist die vollständige Digitalisierung des Datenaustausches – Stichwort BiPRO-Standards – damit kein Zettel mehr zweimal abgetippt werden muss.
Was das für Sie bedeutet
Eine Initiative ist gut. Aber sie entfaltet ihren Wert erst, wenn jemand dafür sorgt, dass sie im konkreten Schadensfall auch angewendet wird. Als Ihr Versicherungsmakler begleiten wir Sie durch den gesamten Prozess: von der ersten Meldung über die Kommunikation mit dem Versicherer bis zur abschließenden Regulierung.
Unsere Zahlen sprechen für sich: Von rund 300 Schadensfällen pro Jahr werden 90 % zu unserer vollen Zufriedenheit reguliert. In den restlichen Fällen gelingt uns in 9 von 10 Situationen eine gütliche Einigung durch aktive Intervention. Und wenn es wirklich schwierig wird? Dann arbeiten wir mit einer renommierten Fachanwaltskanzlei zusammen.
Formularschlacht und Warteschleife übernehmen wir – Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche.
Die neue Brancheninitiative ist ein gutes Zeichen. Aber ob ein Schaden schnell und fair reguliert wird, hängt am Ende nicht nur vom Standard ab – sondern davon, wer ihn konsequent für Sie durchsetzt.